Wussten Sie …
Ralf Göhrig
Wussten Sie …
- dass die keltische Stadt (Oppidum) auf den Halbinseln Schwaben (Deutschland) und Au (Schweiz) im 2. Jahrhundert v.Chr. auf einer Gesamtfläche von 315 Hektar die bedeutendste keltische Großsiedlung nördlich der Alpen war und Handelsbeziehungen in die Ostseeregion und bis nach Italien hatte?
- dass in dieser keltischen Stadt in ihrer Blütezeit bis zu 10.000 Einwohner lebten?
- dass neben Keramikfunden die Verarbeitung von Glas, Eisen und Bronze nachgewiesen wurde?
- dass die Waren aus dem Mittelmeerraum – hauptsächlich Wein – über Rhein und Rhone hierher transportiert, entladen, verarbeitet und weiter gehandelt wurden?
- dass bislang bereits mehr als 14.000 Amphorenfragmente gefunden wurden?
- dass das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart seit 2022 intensive archäologische Untersuchungen an verschiedenen Stellen der ehemaligen Siedlung durchführt?
- dass bislang noch nicht einmal ein Prozent der gesamten Siedlungsfläche erforscht wurde?
- dass in den 1970er-Jahren die Siedlung bereits unter Professor Franz Fischer untersucht wurde?
- dass damals das Altenburger »Säule«, ein Bronzeanhänger in der Form eines Ebers, und ein bronzener Stierkopf gefunden wurden, die als schönste Kleinkunstwerke der Kelten in Südbaden gelten?
- dass diese Funde heute im Archäologischen Museum Colombischlössle in Freiburg zu sehen sind?
- dass die Siedlung, die in der Mitte des 2. Jahrhunderts v.Chr. entstanden ist, nach kaum 100 Jahren nach und nach verlassen wurde und im Jahre 15 v.Chr. bei Ankunft der Römer (Errichtung des Römerlagers Dangstetten) vermutlich nicht mehr bestand?
- dass im Winter 1928/1929 östlich der Schanz erstmals keltische Scherben gefunden wurden?
- dass Professor Dr. Georg Jäger, der Autor des »alten« Jestetter Dorfbuches »Jestetten und seine Umgebung« (1930), die Kelten kaum erwähnte und in der Altenburger Schanz ein spätkeltisches Bauwerk als Schutz gegen die römische Invasion sah?
- dass Altenburg vor 100 Jahren bedeutender Obstproduzent war? Prof. Dr. Georg Jäger schreibt von 2200 Apfelbäumen, 1800 Birnbäumen, 900 Kirschbäumen, 150 Zwetschkenbäumen (österreichische Schreibweise) und 60 Nussbäumen. Außerdem gab es rund 21 Hektar Rebland, das allerdings nur noch zu Bruchteilen mit Reben bepflanzt war, während der Großteil für Beerenkulturen (Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren) genutzt wurde.
- dass die Landwirtschaft in den 1920er-Jahren in Altenburg eine allenfalls untergeordnete Rolle (Nebenerwerb) spielte? Demnach waren im Jahr 1925 die berufstätigen Einwohner von Altenburg hauptsächlich in den Schaffhauser und Neuhauser Industriebetrieben beschäftigt.
- dass die Zahl der Nutztiere dennoch weit über den heutigen Zahlen lag? Jäger führt für das Jahr 1925 in Altenburg die Haltung von 238 Stück Rindvieh, 125 Schweinen, 107 Ziegen, 1194 Stück Geflügel, 91 Kaninchen, zwei Pferden und 28 Hunden auf.
- dass in Jestetten demgegenüber die Landwirtschaft vor 100 Jahren für die Bewohner noch viel bedeutender war?
- dass der Anbau von Hülsenfrüchten, Hanf und Flachs in den 1920er-Jahren weitgehend verdrängt und durch Kartoffeln und Rüben (82 Hektar), Weizen (65 Hektar), Roggen (39 Hektar), Gerste (32,5 Hektar), Hafer (12 Hektar), Gartengewächse (3 Hektar) sowie Raps und Mohn (0,6 Hektar) abgelöst wurde?
- dass der Durchschnittsertrag in Jestetten damals bei 300 Tonnen Getreide, 400 Tonnen Stroh, 700 Tonnen Hackfrüchten, 2500 Tonnen Heu, 100 Tonnen Obst sowie 5 Tonnen Beeren lag?
- dass davon gut die Hälfte exportiert wurde?



