Wo kommt unser Trinkwasser her?
Heike Raif
Mehrmals täglich kommen wir mit Wasser in Berührung. Wir brauchen es zum Trinken, zum Kochen, zur Körperhygiene, zum Wäschewaschen etc. Wie ist es um dieses Lebenselixier in Jestetten bestellt?
Die Jestetter Wasserversorgung hat zwei Bezugsquellen. Zum einen kommt das Wasser aus der Pumpstation Mooswiesen, welche an der L 163 Richtung Wangental liegt. Dort wird Grundwasser aus etwa sechs Metern Tiefe über drei Flachbrunnen bezogen. Zum anderen kommt es aus der Pumpstation Oberholz beim Waldfestplatz in Altenburg. Dort fließt auf etwa 40 Metern Tiefe ein Grundwasserstrom, der mächtiger ist als der Rhein. Seit 2018 gibt es außerdem eine Notwasserversorgung von Jestetten nach Lottstetten und umgekehrt.
Von den beiden Pumpstationen wird das Wasser in die Hochbehälter Dietenberg und Heuberg gefördert, von wo aus das Ortsnetz versorgt wird. Selbstverständlich liegen einige technische Anlagen dazwischen, die die notwendigen Druckverhältnisse gewährleisten.
Zwei sogenannte Windkessel in der Pumpstation Oberholz sorgten dafür, dass die Druckschwankungen von bis zu vier bar aus dem Leitungsnetz gezielt abgefangen werden konnten. Bei der Prüfung dieser Windkessel wurde im Jahr 2019 festgestellt, dass sie die TÜV-Prüfung nicht mehr bestehen würden und deshalb ausgetauscht werden müssten.
Vor diesem Hintergrund wurden die Wasserversorgung in Jestetten insgesamt und zusätzlich weitere Bereiche der Wasserversorgung neu überdacht. Zur Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen wurde deshalb im letzten Jahr die Pumpstation Oberholz in Altenburg umgebaut, es wurde ein Druckstoßdämpfer als Ersatz für die beiden Windkessel eingebaut und zudem das gesamte Prozessleitsystem angepasst. Das Prozessleitsystem ist quasi das Gehirn der Jestetter Wasserversorgung und steuert diese wie auch die Kommunikation der Anlagen untereinander und mit dem Bauhof.
Des Weiteren wurde vonseiten der EVKR (Energieversorgung Klettgau-Rheintal) die Trafostation aus der Wasserschutzzone 1 herausgenommen und am Wegrand eine neue errichtet. Im Zusammenhang mit dieser Baumaßnahme wurde auch eine Garage gebaut. Sie dient zur Unterbringung eines Notstromaggregats, das im Falle eines längerfristigen Stromausfalls zur Aufrechterhaltung der Stromversorgung für die Pumpstation sorgen und im Wechsel auch in der Kläranlage eingesetzt werden könnte. Zusätzlich wurden im Zuge des Umbaus in der Pumpstation Oberholz zwei UV-Anlagen eingebaut, um im Bedarfsfall das Trinkwasser gegen Verkeimung zu schützen.
Obwohl die Kosten für diese Maßnahmen ca. 405.000 Euro betrugen, gibt es für die Einwohner der Gemeinde, abgesehen von der neuen Trafostation und der zusätzlichen Garage, optisch kaum eine Veränderung. Die lange Verfahrensdauer des Bauantrags für diese Maßnahme von über eineinhalb Jahren ist vor allem auf wasserrechtliche und naturschutzrechtliche Fragen zurückzuführen.
Der Fall, dass den Jestettern das Wasser ausgeht, so wie es im Jahr 1974 aufgrund eines sehr heißen Sommers war, wird sich voraussichtlich nicht wiederholen. Damals musste mit Feuerwehrfahrzeugen Wasser von Altenburg nach Jestetten gebracht werden.
Laut Bürgermeister Dominic Böhler und unserem Wassermeister Andreas Schlude ist die Wasserversorgung in Jestetten derzeit in einem sehr guten Zustand. Damit das auch so bleibt, soll als nächste Maßnahme der Hochbehälter Dietenberg umfassend saniert werden. Um ein Maximum an Zuschüssen zu erhalten, ist ein Gutachten erforderlich. In diesem wird der strukturelle Aufbau der Wasserversorgung dargestellt und es werden verbessernde Maßnahmen ausgearbeitet.
Was die Güte unseres Wassers betrifft, so bestätigt das Ergebnis der Wasseranalyse »für Babynahrung geeignet« eine hervorragende Qualität.




