Alfons Brohammer 50 Jahre im Dienst des DRK
Thomas Wipf
Am 3. April 1976 wurde bei der 16. Generalversammlung im Gasthaus Hirschen in Altenburg Alfons Brohammer zum 1. Vorsitzenden des Deutschen Roten Kreuzes, Ortsverein Jestetten, gewählt. Damit übernahm er das Amt von seinem Vorgänger Günther Strauß. Bereitschaftsarzt war zu jener Zeit Dr. Eugen Hauser, die Bereitschaftsleitung hatte Franz Danner.
Noch im selben Jahr setzte Alfons Brohammer ein besonderes Zeichen für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger. Er rief in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Waldshut das Seniorenturnen ins Leben. Damit wurde ein Angebot geschaffen, das nicht nur der körperlichen Gesundheit, sondern auch der Gemeinschaft, Geselligkeit und Lebensfreude älterer Menschen in Jestetten diente.
Von Beginn an brachte Alfons Brohammer seine ganze Kraft, sein Organisationstalent und vor allem sein großes Herz in die Arbeit des Ortsvereins ein. Dank seines unermüdlichen Engagements konnte bereits 1979 der erste eigene Rettungswagen angeschafft werden, ausgestattet mit Funk und Tragegestell, was damals eine moderne Neuerung war.
Nur ein Jahr später, im Jahr 1980, wurde unter seiner Führung die Alarmierung der Einsatzkräfte über anfangs drei Funkmeldeempfänger eingeführt. Damit wurde die Einsatzfähigkeit der Bereitschaft erheblich verbessert und der Weg in eine zeitgemäße Rettungsarbeit geebnet. Mit Weitblick, Beharrlichkeit und einer tiefen Verbundenheit mit dem DRK prägte Alfons Brohammer die Entwicklung des Ortsvereins über Jahrzehnte hinweg. Sein Wirken hat Spuren hinterlassen und bildet das Fundament für vieles, was heute selbstverständlich erscheint.
Ein weiterer bedeutender Meilenstein war 1982 die Errichtung der ersten eigenen Rettungswache des Ortsvereins im Burgweg 6. Gemeinsam mit Architekt Dieter Sigg wurde das Bauprojekt durch Alfons Brohammer vorangebracht mit dem Ziel, das ehemalige Werkstattgebäude des Kreisalten- und Pflegeheims umzubauen. Es galt, Spenden zu sammeln und Zuschüsse zu beantragen, um die Umbaukosten trotz der vielen Arbeitsstunden in Eigenleistung finanzieren zu können. Bereits nach nur einem Jahr Bauzeit konnte das neue Heim des Ortsvereins im Oktober 1983 eingeweiht werden.
Unter der Leitung von Alfons Brohammer feierte der Ortsverein 1985 sein 25-jähriges Bestehen. Ein Jubiläum, das eindrucksvoll zeigte, wie lebendig und tatkräftig die Arbeit des DRK in Jestetten war.
Stets mit Blick auf die Zukunft organisierte Alfons Brohammer 1990 auch die Beschaffung eines Materialanhängers für den Katastrophenschutz, um auch in größeren Schadenslagen gut gerüstet zu sein.
Ebenso gehörte die Weiterführung der Blutspendentermine, die bereits 1961 begonnen hatten, zu seinen Aufgaben. Anfangs fanden nur zwei Termine im Jahr statt, doch diese konnten auf drei Termine im Jahr erhöht werden. Bis zum heutigen Tage ist Alfons Brohammer bei jedem Blutspendetermin persönlich anwesend und unterstützt wo immer er gebraucht wird.
Als Dr. Johanna Hauser 1992 ihren Dienst als Bereitschaftsärztin beendete, sorgte Alfons Brohammer vorausschauend für einen nahtlosen Übergang. Er gewann Dr. Christa Mannig als neue Bereitschaftsärztin für den Jestetter Zipfel. Damit blieb die medizinische Betreuung im Sinne des DRK gesichert.
1994 folgte schließlich der Zusammenschluss der Ortsvereine Jestetten und Lottstetten zum Ortsverein Jestetten-Lottstetten, eine wichtige strukturelle Weichenstellung, die Alfons Brohammer umsichtig begleitete.
Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb sein Engagement ungebrochen. Im April 2011 konnte unter seiner Mitwirkung ein VW Passat, ein ehemaliges Notarztfahrzeug, durch den DRK Ortsverein angeschafft und an die Ärzteschaft in Jestetten übergeben werden. Zwei Jahre später, im Jahr 2013, war Alfons Brohammer zudem in die Planungen für das neue Medizinische Versorgungszentrum Jestetten eingebunden.
Den Höhepunkt seiner langen Dienstzeit erlebte Alfons Brohammer am 17. Januar 2025. In Anerkennung seines jahrzehntelangen Wirkens erhielt er durch den Kreisvorsitzenden des DRK Waldshut, Dr. Martin Kistler, die Auszeichnungsspange für 50 Jahre, die Verdienstmedaille in Gold sowie die feierliche Ehrenurkunde überreicht. Schon zuvor war Alfons Brohammer viele Male geehrt und ausgezeichnet worden, doch dieser Tag krönte ein halbes Jahrhundert unermüdlichen Einsatzes für das Deutsche Rote Kreuz und für die Menschen im Jestetter Zipfel.
Das Wirken von Alfons Brohammer ist ein leuchtendes Beispiel für Bürgersinn, Tatkraft und Menschlichkeit. Fünf Jahrzehnte lang hat er dem Ortsverein nicht nur ein Gesicht gegeben, sondern ihm auch ein Herz verliehen. Unter seiner Leitung als 1. Vorsitzender hat sich das DRK in Jestetten und Lottstetten zu einer starken, modernen und zugleich menschlich geprägten Gemeinschaft entwickelt.
Am 17. Januar 2025 ging eine Ära zu Ende. Nach 50 Jahren übergab Alfons Brohammer sein Amt als 1. Vorsitzenden an Bürgermeister Dominic Böhler.
Lieber Alfons, du wirst immer ein großer Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte bleiben. Der Ortsverein darf mit Dankbarkeit und Stolz auf dein außergewöhnliches Lebenswerk blicken. Wir hoffen, dass du noch lange in unserer Vereinsmitte bleibst.
Aus der Jestetter Dorfchronik 2015
Die Dienstabende der Bereitschaftsmitglieder fanden bis zum Ausbau der Rettungswache im damaligen Bürgersaal des ehemaligen Rathauses statt, das sich in der jetzigen Grund- und Hauptschule befand. 1979 wurde dann mit dem Ausbau des früheren Ökonomiegebäudes beim Kreisalten- und Pflegeheim begonnen. Der Ausbau wurde durch den finanziellen Beitrag des Landkreises und der Gemeinden, aber auch durch die tatkräftige Mithilfe des DRK Ortsvereins gewährleistet. Die aktiven Mitglieder des Vereins trugen mit knapp 1700 unentgeltlichen Arbeitsstunden zur Fertigstellung dieser wichtigen Einrichtung bei. Die Einweihung der neuen Rettungswache fand im Oktober 1983 statt und war für den Ortsverein ein freudiger Anlass.
Nunmehr konnte umfassende und gute Arbeit geleistet werden. […] Im Gebäude der Rettungswache sind die Fahrzeuge und ferner das Material für den gesamten Rotkreuzdienst untergebracht. Im Gemeinschaftsraum finden die Dienstabende und anderweitige Zusammenkünfte statt.
Alfons Brohammer



