50 Jahre Altstadtbuebe
Fabio Bleise
Es ist schon eine Besonderheit, wenn eine aus dem Grümpelturnier des Sportvereins Jestetten entstandene Gruppe seit 50 Jahren, also seit 1975, besteht. Die Altstadtbuebe sind als dienstälteste Mannschaft eine Institution des Grümpelturniers, welches in Jestetten eine lange Tradition hat und in seinen Ursprüngen bis ins Jahr 1930 zurückgeht.
Zu den Männern der ersten Stunde zählten mit Egon Huber, Konrad Fundneider, Alfred Keller, Heinz Engelberger, Wolfgang Poeck und Jürgen Braasch, allesamt Bewohner des alten Ortskerns, genannt »Altstadt«, also des Bereichs Kirchstraße/Winkel bis zur Talmühle. Man traf sich hin und wieder, zumeist am alten Dorfbrunnen in der Volkenbachstraße, zum geselligen Beisammensein und so fiel bald der Entschluss, als Mannschaft am Grümpelturnier teilzunehmen. Mit der Zeit kamen weitere »Altstadtbewohner« hinzu, etwa die Brüder Foglia, Peter Kübler, Berthold Danner, Karl Thoma, Barnie Schneider und Manfred (Veitli) Sigg. Letzterer hatte von 1985 bis zu seinem Tod im September 2024 gewissermaßen die Rolle des Managers inne und kümmerte sich um den technischen Ablauf und die Finanzen. Inzwischen hat Egon Huber, einziges noch aktives Gründungsmitglied, dieses Amt übernommen. Für die musikalische Unterhaltung bei den Turnieren sorgen an der Gitarre Stefan Kiss und Giovanni Cofone sowie Uwe Frenzel mit seiner Trompete.
Die Altstadtbuebe sind aus dem Grümpelturnier nicht mehr wegzudenken. Legendenstatus haben der Einzug auf den Sportplatz – früher mit Leiterwagen, heute stilecht mit Traktor und »Brügelwagen« – sowie der einheitliche Dress, bestehend aus einem weißen Hemd mit Aufdruck, Krawatte und Strohhut. Und obwohl traditionsgemäß zur Stärkung vor jedem Spiel ein Glas Wein und nach dem Spiel ein Bier getrunken wurde, stellte sich bald auch der sportliche Erfolg ein. Immerhin wurden die Altstadtbuebe, sofern Recherchen und mündliche Überlieferungen wahrheitsgemäß zutreffen, mindestens achtmal Turniersieger bei den Dorfmannschaften, zuletzt im Jahr 2023.
Um sich für das Turnier einzuspielen, wird jeweils einige Wochen zuvor das Training im sogenannten Volkenbachstadion abgehalten, einer Wiese auf dem Grundstück von Sebastian Huber. Neben taktischen Feinheiten und körperlicher Fitness steht dabei vor allem die Geselligkeit im Mittelpunkt, bei Gegrilltem und Bier lässt man es sich jeweils gut gehen. Überhaupt wird viel Wert auf das Miteinander gelegt. Und dass die Altstadtbuebe bis heute eine verschworene Gemeinschaft geblieben sind, zeigt allein die Tatsache, dass jährlich ein Familienfest mit Kind und Kegel abgehalten wird und man selbstverständlich auch bei Geburtstagen und Hochzeiten präsent ist.
Eine ganz besondere Ehrung wurde den Altstadtbuebe im Jubiläumsjahr zuteil, als bei der Siegerehrung im bis auf den letzten Platz besetzten Festzelt die bekannte Erkennungsmelodie erklang »Mir sind die Altstadtbuebe – hey, hey, hey…«. Zudem luden die »Postsäcke«, eine seit Mitte der 1990er-Jahre am Grümpelturnier teilnehmende Mannschaft und bis heute größter sportlicher Rivale, die Jubiläumsmannschaft prompt zu einem Fest mit Bewirtung inklusive 50 Litern Freibier ein.
Es bleibt zu hoffen, dass die Traditionsmannschaft dem Grümpelturnier noch lange erhalten bleibt. Die nächste Generation, darunter auch die Enkel von Gründungsmitglied Egon Huber, steht schon in den Startlöchern.



